Schädlinge & Nützlinge

Gespeichert von Ingolf Hosbach am Mo., 05.08.2019 - 17:40

Der Garten unterscheidet sich von der freien Natur vor allem dadurch, dass der Mensch eine Auswahl von Pflanzen aussät oder -pflanzt, die zu seinem kurz- bis mittelfristigem Nutzen sein sollten. Der Gärtner wählt dabei eher nach seinen persönlichen Wünschen aus und leider viel zu wenig danach, ob eine Pflanze auch für den konkreten Standort, Boden und Klima eignet ist.

Ist auch nur einer der drei genannten Faktoren nicht optimal für eine Pflanze oder macht das Wetter in einer Vegetationsperiode eines Jahres Kapriolen, so sinken die Abwehrkräfte einer Pflanze: Sie wird anfällig für Krankheiten und tierische Schädlinge. Pflanzliche Konkurrenten ("Unkraut") bedrängen sie. Dabei machen diese sogenannten Schädlinge einfach ihren Job, in dem sie geschwächte oder erkrankte Pflanzen zerkleinern und verdauen. Die Ausscheidungen der "Schädlinge" werden in Form von Humus oder Kompost dann wieder Grundlage für neues Leben.

Doch dieser natürliche Automatismus ist in der Regel nicht im Sinne des Gärtners, wenn dieser betrübt auf ein hoffnungsvoll herangezogenes aber nun kümmerndes Pflänzchen blickt. In der Vergangenheit war dann die Konsequenz ein teilweise erbittert geführter Kampf gegen Schädlinge und Unkraut sowie für die Kulturpflanzen. Gut gegen Böse. Das Gute wurde mit meistens mineralischen Düngern gepuscht und das Böse mit Herbiziden und Pestiziden vernichtet. Auf der Strecke blieb der Spaß, das Geld und die Gesundheit des Gärtners: Wer hat schon Spaß daran, die nächste Tüte mit vielen Warnsymbolen in die Gießkanne zu schütten? Oder den nächsten 10-Euro-Schein für Dünger über den Tresen zu schieben?

Die Gegenbewegung des Ganzen war die Bio-Gärtnerei, die in Deutschland seit den frühen 1980er Jahren Zulauf erhielt. Ein natürliches Gleichgewicht sollte den Krieg beenden und den freien Lauf der Natur zum Gunsten des Gärtners lenken. Auch da wurde vieles übertrieben oder zu naiv angepackt. Aber: die seit mittlerweile seit 30 Jahren konstant wachsenden Verkaufszahlen sowohl von Bio-Obst und -Gemüse als auch von Beraterbüchern, die den Weg in den Bio-Garten ebnen wollen, zeigen, dass da mehr als ein Hoffnungs-Strohfeuer von spinnerten Öko-Fuzzies brennt. Womöglich ist da mehr dran, als man zunächst annehmen mag?

Diese Rubrik möchte ohne weltanschaulichen Diskurs Hilfestellung geben, die eigenen Pflanzen möglichst schonend für Natur und Geldbeutel durch das Gartenjahr zu bringen.

Ist es zu trocken, so leiden die Gärten unter Läusen. Ist es zu feucht, nimmt die Spanische Wegschnecke überhand. Wichtig sind bei einem massenweisen Auftreten von Schädlingen auch immer die Gegenspieler. So hat jedes Jahr seine Eigenheiten, aus denen man im Idealfall für die Folgejahre lernen kann. Im Folgenden sind einige Extremjahre aufgeführt mit den für diese Jahre typischen Wechselspiel zwischen Schädlingen und Nützlingen: