Von Krautfäule und Spanischen Wegschnecken

Gespeichert von Ingolf Hosbach am Mo., 05.08.2019 - 18:17

Insbesondere die zweite Jahreshälfte 2010 war von vergleichsweise nassem und kühlem Wetter geprägt. Krautfäule bei Kartoffeln, Pilzerkrankungen bei Obstbäumen und Fraßschäden durch Nacktschnecken traten vermehrt auf. Für Kaninchen schien es ein gutes Jahr gewesen zu sein, denn sie vermehrten sich eben wie die sprichwörtlichen "Karnickel", so dass der Vorstand den Stadtjäger hinzubitten musste.

Während bei Krautfäule nur große Pflanzabstände, direktes Wässern am Boden und frühzeitige Entfernen befallener Blätter und Triebe mit anschließendem Verbrennen (nicht Kompostieren!) hilft, wird bei Pilzerkrankungen häufig Niemöl empfohlen, welches Bienen nur in unrealistisch hohen Konzentrationen in der Vermehrung hindert. Bitte beachten: Feuer ist im KGV Bergmannsheil nur in "transportablen Feuerstellen" erlaubt. Die Anschaffung einer guten und größer dimensionierten Feuerschale bzw. -korb lohnt sich also. Die meist kaliumreiche Pflanzenasche kann in den Boden eingearbeitet werden oder wertet den normalen Kompost auf.

Die Schneckenplage 2010 war ganz besonders hart. Viele Pflanzen wie Erbsen konnten sich ohne Schutz überhaupt nicht entwickeln: sie blieben schlicht blattlos. Viele griffen zur Chemie und setzten die verschiedenen Schneckenkorn-Varianten ein. Am wenigsten schädlich scheint Bio-Schneckenkorn zu sein, welches auf Eisen(III)phosphat basiert. Jedoch wirkt auch dieses weniger schädliche Schneckenkorn auch gegen die nützlichen Gehäuseschnecken, welche i.d.R. keine Gefahr für Nutzpflanzen darstellen, jedoch den Garten als "Humus-Maschinen" beackern.

Es scheint also lohnenswert zu sein, Schneckenzäune mit Bierfallen zu kombinieren und Trittbretter oder -Steine an der Unterseite gelegentlich abzusammeln. Vor der alleinigen Verwendung von Bierfallen sei gewarnt: Man lockt damit nur die Schnecken von weiter her an und das Gemetzel führt zu keiner nennenswerten Reduktion der Schnecken im eigenen Garten. Die unten dargestellten Bilder zeigen den Vergleich zwischen frei wachsendem Kohlrabi und Kohlrabi hinter Schneckenzaun mit Bierfallen. Beide Bilder zeigen die Sorte "Gigant" (identisch mit "Superschmelz") am selben Standort nur ca. 1 m von einander entfernt.

Ohne Schneckenschutzzaun und Bierfalle:

 

Mit Schneckenschutzzaun und Bierfalle: