Bienenschutz ist Gärtners Nutz

Gespeichert von Ingolf Hosbach am Mo., 05.08.2019 - 19:01

Das wichtigste zuerst: Auch wenn man keinen Honig mag oder dagegen allergisch ist, hat man als Gärtner enormen Nutzen von Honig- und Wildbienen. Die Erträge sind bei hoher Bienendichte um 28-98% höher als ohne Bienen.

Der KGV Bergmannsheil e.V. betreibt seit vielen Jahren die Unterstützung lokaler Imker. Erfreulicherweise konnten in den letzten Jahren mehrere Honigbienenvölker etabliert werden. Insbesondere wurde hinter dem Vereinsheim eine Bienen-Parzelle eingerichtet, um weitere Bienenvölker in Kooperation mit den Ruhrstadt-Imker e.V. ansiedeln zu können (s. Bild).

Ruhrstadtimkertreff

Die Gärtner nennen ihn "Bienen Lehrgarten"; die Imker nennen den  "Bienencampingplatz." Die Idee ist einfach: Anfänger und erfahrene  imkern gemeinsam. Jeder lernt aus den Erfahrungen und Fehlern des Anderen. Aber auch Nichtimker können Neues über die Bienen erfahren und den Imkern über die Schulter schauen. Der Imkertreff ist offen für alle. Jeder, der in einen Bienenstock rein schauen möchte, ist eingeladen.

Der Imkertreff findet sonntags um 11:00 Uhr hinter dem Vereinshaus statt.

Jedoch auch jeder einzelne Gärtner kann etwas für die Bienen und damit für seinen eigenen Ertrag tun: Neben dem zeitlich begrenztem Nahrungsangebot für Bienen und Hummeln durch die eigenen Obstbäume und Gemüsepflanzen ist es für das Überleben der Hautflügler sehr wichtig, ein frühzeitig im Jahr einsetzendes und mehrmonatiges Nahrungsangebot zur Verfügung zu haben. Statt gefüllter Blütenpflanzen sollten kluge Gärtnerinnen und Gärtner lieber Sorten mit offenen Blüten wählen. Dies trifft auch auf Rosen und Dalien zu. Besonders früh und offen blühende Blumen und Sträucher sollten bewusst im eigenen Garten gepflanzt werden (z.B. klassische Cornellkirsche). Des Weiteren hilft man den Bienen, in dem man bewusst im Juli und August blühende Pflanzen (Lavendel, Zierlilie etc.) sät oder pflanzt, da es in dieser Zeit überraschenderweise zu einer Blütenknappheit kommen kann.

Ein Verzeichnis bienenfreundlicher Pflanzen finden Sie hier: >>LINK<<

Was für Menschen gilt, gilt auch für Bienen und Hummeln: Nahrung ist lebenswichtig und deswegen sollte sie kein Gift enthalten. Schädlingsbekämpfungsmittel/Pestizide (v.a. mit den Wirkstoffen der Neonikotinoide) sind sehr wahrscheinlich (und lokal sogar nachgewiesener Maßen) für das Bienensterben der letzten Jahre verantwortlich. 2008 wurden ca. 11.000 Bienenvölker im Oberrheingraben geschädigt. In Frankreich sind deswegen alle Nikotinoide ab 2018 verboten. In Deutschland verhindern Lobby-gesponserte Expertengruppen seit Jahren ein Verbot. Das sollte jedoch keinen von uns abhalten, auf das Zeug zu verzichten... Dazu gehört übrigens auch mit Pestiziden behandeltes Saatgut, da sich die Stoffe in der keimenden Pflanze bis hin zum Blütenpollen ausbreiten.

Was viele nicht wissen: Auch Unkrautbekämpfungsmittel schädigen Bienen. So vermindert der Wirkstoff Glyphosat (z.B. in dem Mittel Roundup der Firma Monsanto) die Rückkehrzeit von Bienen von Blüten in den heimischen Bienenstock durch Beeinflussung des Orientierungssinnes (>>LINK<<). Auch wenn die Verlockung groß ist, so ein Mittel einzusetzen anstatt des mühsamen Unkrautjätens: Verzicht ist besser, da das Mittel auch als potentiell krebserregend eingestuft wurde. Trotzdem wird auch hier ein Verbot durch die Lobby verhindert. Deswegen fand ein EU-Bürgerbegehren gegen Glyphosat statt. 1.320.517 Bürgerinnen und Bürger hatten unterschrieben. Trotzdem wurde das Mittel für weitere 5 Jahre zugelassen. Deswegen geht der Kampf weiter. Beteiligen auch Sie sich: >>LINK zum Bürgerbegehren<<< Danke!

Anflug auf Lavendel.